Fast 90 Nachwuchstalente beim 7. VR-Bank-Jugendopen in Bendorf
Am Samstag, dem 19. September 2026, stand Bendorf ganz im Zeichen des Nachwuchsschachs. Der Schachclub 1926 Bendorf e.V. richtete in der Stadthalle am Yzeurer Platz sein mittlerweile 7. Jugendopen aus. Erstmals wurde das traditionsreiche Turnier unter dem Namen VR-Bank-Jugendopen veranstaltet.
Knapp 90 schachbegeisterte Kinder und Jugendliche kämpften in mehreren Altersklassen sowie einer zusätzlichen Hobbygruppe um Punkte, Platzierungen und Pokale. Damit konnte der Schachclub Bendorf erneut ein großes Teilnehmerfeld begrüßen und die positive Entwicklung seines Jugendturniers fortsetzen. Für den Verein war die Veranstaltung auch deshalb etwas Besonderes, weil der SC Bendorf im Jahr 2026 sein 100-jähriges Bestehen feiert. Zugleich begann für das Jugendopen ein neues Kapitel: Nach den vergangenen Austragungen als PSD-Jugendopen unterstützt nun die VR Bank RheinAhrEifel eG das Turnier. Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe wird damit unter neuem Namen fortgeführt.
Ein besonderes Turnier im Schachbezirk Rhein-Westerwald
Das Bendorfer Jugendopen besitzt innerhalb der regionalen Schachlandschaft eine besondere Stellung. Es ist das einzige Jugendopen dieser Art im Schachbezirk Rhein-Westerwald. Während der reguläre Spielbetrieb für viele junge Schachspieler vor allem aus Mannschaftskämpfen und Meisterschaften besteht, bietet das Bendorfer Open Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer bisherigen Turniererfahrung die Möglichkeit, an einem großen eintägigen Nachwuchsturnier teilzunehmen. Dazu gehört ausdrücklich auch die Hobbygruppe. Kinder und Jugendliche, die keinem Schachverein angehören, können dort erste Erfahrungen unter echten Turnierbedingungen sammeln. Damit richtet sich das Jugendopen nicht ausschließlich an bereits erfahrene Vereinsspieler, sondern öffnet die Tür ganz bewusst auch für schachbegeisterte Anfänger. Gerade diese Mischung aus erfahrenen Nachwuchsspielern, jungen Vereinsspielern und Kindern, die erstmals Turnierluft schnuppern, prägt seit Jahren den besonderen Charakter der Bendorfer Veranstaltung.
Sieben Runden Schnellschach forderten volle Konzentration
Gespielt wurden sieben Runden nach Schweizer System. Für jede Partie standen den Spielerinnen und Spielern jeweils 15 Minuten Bedenkzeit zur Verfügung. Die Teilnehmer wurden in den Altersklassen U8, U10, U12, U14 und U18 gewertet. Hinzu kam die Hobbygruppe für Kinder und Jugendliche ohne Vereinszugehörigkeit. Die Altersklassen U14 und U18 spielten gemeinsam in einem Turnier, wurden bei der Preisvergabe jedoch getrennt gewertet. Sieben Schnellschachpartien an einem einzigen Turniertag verlangen auch jungen Spielern einiges ab. Konzentration, Ausdauer und die Fähigkeit, nach einer Niederlage sofort wieder den Blick auf die nächste Partie zu richten, gehören ebenso dazu wie schachliches Können. Dass das Jugendopen inzwischen weit über Bendorf und den unmittelbaren Schachbezirk hinaus bekannt ist, zeigte erneut das Teilnehmerfeld. Nachwuchsspieler verschiedener Vereine aus dem Rheinland und darüber hinaus fanden den Weg nach Bendorf und sorgten in sämtlichen Altersklassen für spannende Begegnungen.
U8: Levon Avetisyan setzt sich durch
Bei den jüngsten Vereinsspielern entwickelte sich ein enger Kampf um die vorderen Plätze. Levon Avetisyan vom SC 1910 Höchst setzte sich mit 6 Punkten aus sieben Runden an die Spitze des Feldes. Dahinter wurde es ausgesprochen knapp. Katharina Seidel von Multatuli Ingelheim und Ahil Mukkat vom VfR Koblenz kamen beide auf starke 5,5 Punkte. Aufgrund der Feinwertung belegte Katharina Seidel den zweiten und Ahil Mukkat den dritten Platz. Damit musste in der U8 sogar die Buchholz-Wertung über die Reihenfolge auf den vorderen Plätzen entscheiden.
U10: Drei Spieler mit jeweils sechs Punkten
Besonders umkämpft war die Altersklasse U10. Nach sieben Runden hatten gleich drei Spieler jeweils sechs Punkte auf ihrem Konto. Die beste Feinwertung besaß Roham Ghahremanfard von TTS Grün-Weiß Fritzdorf, der sich damit den Turniersieg sicherte. Zweiter wurde Enea Burlon von den Chess Tigers Frankfurt, gefolgt von Burak Delibas aus Bad Kreuznach auf Rang drei. Erst die Feinwertung brachte somit bei diesem punktgleichen Spitzentrio die Entscheidung. Auch der Gastgeber war in dieser starken Gruppe mehrfach vertreten. Gustl Größgen vom SC Bendorf erzielte 4 Punkte und belegte einen guten zehnten Rang. Tarik Emir Barlak kam auf 3 Punkte, Yaroslav Stoyanov auf 2,5 Punkte und Mattias Pril auf 2 Punkte. Für die jungen Bendorfer war das stark besetzte Turnier eine wertvolle Gelegenheit, weitere Wettkampferfahrung zu sammeln.
U12: Perfektes Turnier von Kushagra Rohatgi und Bendorfer Silber
Aus Sicht des gastgebenden SC Bendorf gab es in der U12 einen der sportlichen Höhepunkte des Tages. Kushagra Rohatgi vom TuS Makkabi Frankfurt spielte ein perfektes Turnier. Er gewann sämtliche sieben Partien und erreichte damit die maximal mögliche Ausbeute von 7 Punkten aus 7 Runden. Direkt dahinter sorgte jedoch ein Spieler des Gastgebers für ein Ausrufezeichen. Leon Meyer vom SC 1926 Bendorf erspielte starke 5,5 Punkte und sicherte sich damit den zweiten Platz. Mit fünf Siegen, einem Remis und lediglich einer Niederlage zeigte Leon über den gesamten Turniertag hinweg eine starke und konstante Leistung. Zum Abschluss gewann er zudem gegen den unmittelbar hinter ihm platzierten Lev Gurevich und sicherte damit den zweiten Rang. Dritter wurde Lev Gurevich vom SC GEMA St. Ingbert mit 5 Punkten. Ebenfalls 5 Punkte erreichte Elias Krause vom SC Heimbach-Weis, der aufgrund der Feinwertung den vierten Platz belegte. Auch hinter Leon Meyer zeigte der Bendorfer Nachwuchs gute Ergebnisse. Mirac Kilic erreichte mit 4 Punkten den fünften Platz. Lars Erik Lemke kam mit 3,5 Punkten auf Platz elf. Arsen Markosian und Anna Plautz erzielten jeweils 3 Punkte. Damit war der SC Bendorf gerade in der U12 nicht nur zahlenmäßig stark vertreten, sondern konnte mit mehreren guten Platzierungen auch sportlich überzeugen.
U14 und U18 gemeinsam auf hohem Niveau
Die Altersklassen U14 und U18 trugen ihre sieben Runden in einem gemeinsamen Teilnehmerfeld aus. An den Spitzenbrettern wurde entsprechend anspruchsvolles Jugendschach geboten. In der gemeinsamen Gesamttabelle setzte sich Simon Fischermann von der SG Porz mit beeindruckenden 6,5 Punkten aus sieben Partien durch. Lediglich ein halber Punkt fehlte ihm damit zur optimalen Ausbeute. Auf dem zweiten Gesamtrang folgte Samuel Heinold von den Schachfreunden Bad Hönningen mit 5,5 Punkten. Dahinter erreichten gleich drei Spieler 4,5 Punkte. Dank der besten Feinwertung dieser Gruppe belegte Philipp Frei vom SC Heimbach-Weis den dritten Gesamtrang vor Alexander Seidel von Multatuli Ingelheim und Hugo Meyer vom SK Altenkirchen. Auch der SC Bendorf war in diesem Feld vertreten. Stefan Andrei Stancu erzielte 3 Punkte und erreichte in der gemeinsamen Tabelle einen bemerkenswerten zehnten Platz.
Hobbygruppe: Sieben Siege in sieben Partien
Eine Besonderheit des Bendorfer Jugendopens ist die eigene Hobbygruppe für Kinder und Jugendliche ohne Vereinszugehörigkeit. Sie bietet jungen Schachfreunden die Gelegenheit, ein richtiges Turnier kennenzulernen, ohne bereits Mitglied eines Vereins sein oder über eine Wertungszahl verfügen zu müssen. Sportlich gab es auch in dieser Gruppe einen souveränen Sieger. Zeen Bajbouj gewann sämtliche sieben Partien und erzielte damit die optimale Ausbeute von 7 Punkten. Auf Rang zwei folgte Oscar Montenegro Hernandez mit 5,5 Punkten. Ahmad Issa belegte mit 5 Punkten den dritten Platz. Gerade die Hobbygruppe erfüllt für den Schachclub Bendorf noch einen weiteren wichtigen Zweck: Sie senkt die Hemmschwelle für den Einstieg in den organisierten Schachsport. Wer Spaß am Spiel hat, kann ohne große Voraussetzungen teilnehmen, andere Kinder kennenlernen und erleben, wie ein Schachturnier abläuft.
Mannschaftswertung sorgt für zusätzlichen Teamgeist
Neben den Einzelwertungen wurde beim VR-Bank-Jugendopen auch eine Mannschaftswertung durchgeführt. Diese wurde nicht über ein gesondertes Mannschaftsturnier ausgespielt, sondern aus den Einzelergebnissen errechnet. Für jeden teilnehmenden Verein wurden dabei die Ergebnisse seiner vier besten Spielerinnen und Spieler herangezogen und zu einem Mannschaftsergebnis zusammengefasst. Damit bekam ein eigentlich individuelles Turnier zusätzlich einen Mannschaftscharakter. Die Teilnehmer spielten zwar in erster Linie um ihre eigene Platzierung, gleichzeitig sammelten sie aber Punkte für ihren Verein. Gerade für die mit mehreren Kindern vertretenen Vereine sorgte diese Wertung für zusätzliche Spannung. Während an den Brettern jeder seine eigene Partie spielte, wurde im Hintergrund gleichzeitig gerechnet, welcher Verein mit seinen vier erfolgreichsten Nachwuchsspielern am Ende die Nase vorn haben würde.
Kein Kind geht ohne Preis nach Hause
Eine weitere Besonderheit des Bendorfer Jugendopens zeigt, dass bei der Veranstaltung nicht ausschließlich die Spitzenplätze im Mittelpunkt stehen. Zwar werden die erfolgreichsten Spielerinnen und Spieler der einzelnen Altersklassen mit Pokalen ausgezeichnet, doch jeder Teilnehmer darf sich zusätzlich einen Sachpreis aussuchen. Damit geht beim Bendorfer Jugendopen kein Kind mit leeren Händen nach Hause. Dieses Prinzip gehört ganz bewusst zum Charakter des Turniers. Natürlich soll sportlicher Ehrgeiz gefördert werden, und Siege sowie gute Platzierungen dürfen entsprechend gefeiert werden. Gleichzeitig soll aber auch die Teilnahme selbst Anerkennung finden. Gerade bei einem Jugendturnier ist dies von besonderer Bedeutung. Für manche Kinder ist das VR-Bank-Jugendopen eines ihrer ersten großen Turniere überhaupt. Andere gehören bereits zu den erfahrenen Nachwuchsspielern. Unabhängig davon, ob am Ende sieben Punkte, vier Punkte oder vielleicht nur ein erster hart erkämpfter Turnierpunkt auf dem Konto stehen, hat jedes Kind sieben Partien gespielt, Erfahrungen gesammelt und einen langen Turniertag absolviert. Die freie Auswahl eines Sachpreises sorgt deshalb regelmäßig für einen zusätzlichen Höhepunkt zum Abschluss des Turniertages und dafür, dass neben den Pokalsiegern auch alle anderen Teilnehmer etwas als Erinnerung mit nach Hause nehmen können.
Mehr als die Jagd nach Punkten
Gerade diese Elemente machen deutlich, dass das Jugendopen des SC Bendorf mehr sein möchte als ein reiner sportlicher Leistungsvergleich. Natürlich wird an den Brettern ehrgeizig gekämpft. Wer an einem Schachturnier teilnimmt, möchte gewinnen, und auch im Nachwuchsbereich werden verschenkte Figuren erstaunlich selten mit philosophischer Gelassenheit aufgenommen. Doch mindestens ebenso wichtig sind Begegnung, Turniererfahrung und die Freude am gemeinsamen Schachspiel. Die Kinder erleben, wie es ist, gegen bislang unbekannte Gegner anzutreten, mit Sieg und Niederlage umzugehen und sich über sieben Runden hinweg immer wieder neu zu konzentrieren. Eltern, Betreuer und Trainer wiederum haben die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakte zwischen den Vereinen zu pflegen. Durch die Verbindung aus leistungsorientierten Altersklassen, Hobbygruppe, Mannschaftswertung und dem Sachpreis für jeden Teilnehmer schafft der SC Bendorf einen Rahmen, in dem sowohl ambitionierte Nachwuchsspieler als auch Turnierneulinge ihren Platz finden.
Erfolgreicher Neustart unter neuem Namen
Mit der siebten Auflage hat das Bendorfer Jugendopen seine Erfolgsgeschichte fortgesetzt. Der Wechsel vom bisherigen PSD-Jugendopen zum VR-Bank-Jugendopen bedeutete dabei keinen Neuanfang, sondern die Fortführung eines längst etablierten Turnierformats mit einem neuen Partner. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Teilnehmerzahl. Nachdem beim Turnier im Vorjahr rund 70 Kinder und Jugendliche dabei waren, konnte der Schachclub Bendorf 2026 bereits knapp 90 Nachwuchsspieler begrüßen. Die Resonanz zeigt, dass sich das Jugendopen längst über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Gleichzeitig besitzt es als einziges Jugendopen seiner Art im Schachbezirk Rhein-Westerwald eine besondere Bedeutung für die Nachwuchsarbeit in der Region. Für den SC 1926 Bendorf fällt die gelungene siebte Auflage zudem in ein außergewöhnliches Jahr. Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum zeigte der Club mit dem Jugendopen einmal mehr, dass eine lange Tradition und engagierte Nachwuchsarbeit keine Gegensätze sein müssen. Mit knapp 90 Teilnehmern, spannenden Entscheidungen in allen Altersklassen, einer eigenen Hobbygruppe, der zusätzlichen Mannschaftswertung, einem starken zweiten Platz durch Leon Meyer in der U12 und einem Sachpreis für jedes einzelne Kind war das 7. VR-Bank-Jugendopen 2026 ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Schachclubs Bendorf.
Und vielleicht liegt genau darin das Erfolgsrezept des Turniers: Am Ende gibt es Sieger und Platzierte, wie es sich für einen sportlichen Wettbewerb gehört. Aber niemand wird zum Verlierer erklärt. Jedes Kind nimmt neben neuen Erfahrungen auch eine ganz konkrete Erinnerung an einen langen Tag voller Schach mit nach Hause.
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